Weihnachtswunder
Sa, Dez 26, 2009
Dass Weihnachten ja immer mal wieder komisch sein kann, dass hab ich ja bereits im letzten Post gestern geschrieben. Aber dieses Jahr war Weihnachten alles Andere als langeweilig. Nachdem der 24. Dezember mit der Familie einfach nur schön und gemütich war, wurde der 25. zu einem “Trip” der anderen Art. Nach einem Abstecher nach Langenthal ging es heute morgen zurück nach Muhen im Aargau. Die Bahnverbindungen von Langenthal sind nicht riesig toll, aber die S23 fährt bis nach Aarau, wo man dann ca. 25 Minuten warten muss. Also kein Stress. Mit zwei Tüten, meinem Laptop und meiner Schwester steige ich also in den Zug ein in Langenthal und tuckere gemütlich bis Aarau, dort wird ausgestiegen und Gleis gewechselt. Mitten in der Unterführung stelle ich fest, dass ich meine Laptoptasche nicht dabei hatte.
Pure Dummheit. Und noch dümmer: nicht das erste Mal diese Woche… Ich hätte mich hauen können. Dazu blieb aber überhaupt keine Zeit, denn der Zug drohte bereits wieder loszufahren. Diese Drohung machte er dann just in dem Moment wahr, indem ich das Perron erreicht hatte. Eine S-Bahn lässt sich in der Regel relativ einfach ein- oder überholen. Allerdings nicht eine S-Bahn die nach Lenzburg mittendurch in Richtung Brugg und Baden fährt. Da sind die Anschlüsse in Aarau also dann weniger gut. In Baden kehrte der Zug auch gleich wieder und wartete keine 10 Minuten. Ich entschloss mich kurzerhand, in einen anderen Zug zu steigen, welcher auch Richtung Brugg und Turgi fuhr, damit ich den Zug auf dem Rückweg abfangen konnte – in der Hoffnung meine Tasche sei noch dort. Ein Anruf beim Railservice bestätigte mir dann, dass der Zug in Baden in der gleichen Komposition zurückkommen würde und der Zug nicht von RailClean gesäubert werden würde. Die Chancen waren also vorhanden.
Als der Zug dann in Brugg war und ich nachsah, war der Schock umso grösser: keine Tasche, kein Laptop. Langsam aber sicher schob ich ein wenig Panik. Das Gerät war teuer genug gewesen und schlimmer noch: die letzte Datensicherung lag auch schon eine Weile zurück (dabei predige immer ich davon, dass man regelmässig Daten sichern soll für den Fall der Fälle… ts…).
Nachdem ich im Vorfeld schon in Aarau und auch Brugg am Schalter nach dem Laptop gefragt hatte, stieg ich auf der Rückfahrt noch in Lenzburg aus. Auch dort war am Schalter nichts abgegeben worden. Die nette Dame telefonierte dann aber auch gleich noch nach Baden. Leider auch Fehlanzeige.
Schlussendlich fuhr ich ziemlich niedergeschlagen zurück zu meinen Eltern nach Muhen. Wer mich etwas kennt, weiss, dass ich Christ bin. Also war hier mal ein Stossgebet nach oben und einige SMS an Bekannte nötig
. Der Nachmittag verlief dann relativ ruhig mit der Familie und ich fand mich schon damit ab, dass ich Anfang Woche eine neue Lösung für meinen Laptop finden musste.
Doch dann kurz vor 16 Uhr klingelte das Telefon und der Weihnachtsengel war dran: Eine junge Frau aus der Region hatte den Laptop im Zug gesehen. Als er in Turgi noch immer dagelegen hatte, hatte sie ihn beherzt mitgenommen und dann auch meine Telefonnummer ausfindig gemacht. Eine knappe Stunde nach ihrem Anruf hatte ich meinen Laptop wieder. Die ehrliche Finderin hat sich hoffentlich über die Praliné und das Hunderternötli gefreut
.
Für mich war diese junge Frau wirklich ein Weihnachtswunder, denn wenn im Zug UND am Bahnhof nichts mehr von dem Laptop zu sehen ist un der Railservice bestätigt, dass der Zug nicht kontrolliert wird in Baden, dann war die Chance sehr klein, dass das Gerät noch zurückkommt. Mir ist natürlich bewusst, dass es “nur” ein Laptop ist. Abei bei den Preisen und dem Kontostand wäre ein neues Gerät kaum in Frage gekommen und meine Arbeit verlangt nun einfach nach einem Laptop.
Deshalb: nochmal einen herzlichen Dank an die Finderin A. aus R., an meine Freunde und meine Familie, die mich heute mal wieder etwas panisch aushalten mussten
.
Ich wünsche euch weiterhin schöne Festtage und wer weiss – vielleicht haben auch andere Ihre Weihnachtswunder erlebt. Denn Gebete nach oben kommen immer an – und manchmal auch mit den unwahrscheinlichsten Antworten zurück
Euer
Chris


Dann ist ja nochmals alles gut gegangen…
Schön, dass es noch so ehrliche FinderInnen gibt!
Dir ist abba schon klar, dass das mehr Glück als Gott war, weil bei der Dummheit rührt der Kerl da oben garantiert keinen Finger. (Ich bin ja nach seinem Abbild geschaffen worden, odda? Ich würd keinen Finger rühren, ergo…)
@Andreas: definitiv
@Liv: Ich finde, es kann sowohl als auch sein
. Klar ist der Mensch nach seinem Ebenbild, aber vergiss nicht, dass der Mensch seit dem “Sündenfall” als grundsätzlich sündig gilt. Gott nicht. Von daher setze ich das nicht gleich. Ergo: Gott kann auch bei Dummheit einen Finger rühren wenn er mag. Ob er hat oder obs Glück war – wer weiss
.
. Und das find ich gut *g*.
Wichtig ist: es war mein Weihnachtswunder
Vergiss nicht dass ich von Weihnachtswunder geredet habe und du pessimistisch warst. Auch gibt es keinen Gott.
Ja hast du – fand ich auch ganz gut
.
Und ich bin doch so oft pessimistisch. Eigentlich die falsche Einstellung
Pessimistisch bin ich auch oft – ich schütze mich damit selber. Denn wenn ich nichts oder das schlechte erwarte, kann ich nicht verletzt werden.
Doch leider nimmt diese Art auch zu oft die Freude an gewissen Ereignissen weshalb ich seit neustem versuche, nicht pessimistisch sondern maximal ohne Erwartung den Dingen zu begegnen…
Das stimmt auch. Aber bei mir kommt es auch extrem drauf an was es ist. z.B. bei den Finanzen hab ich immer einen “Worst Case” Fall, was reinkommt und rausgeht. Mit dem rechne ich grundsätzlich. Und wenn dann mehr da ist umso besser.
Aber es gibt halt auch immer Sachen, bei denen die Erwartungen dann doch hoch sind und eine “keine Erwartung” Haltung schwer möglich ist. Aber vielleicht ist schon etwas weniger pessimistisch zu sein besser. Schon nur die Haltung zum Thema ist viel positiver